Whisky Ambassador Kassel

Speyside-Tasting 2026

Speyside im Glas – Ein Abend, der einfach Spaß gemacht hat

Es gibt Abende, an denen man nicht einfach nur Whisky trinkt, sondern auf Reisen geht. Das jüngste Speyside-Tasting war genau so ein Abend. In einer Runde, die bunter nicht hätte sein können – vom neugierigen Einsteiger bis zum Kenner mit jahrelanger Erfahrung – öffnete sich ein Fenster nach Schottland.

Erst zum zweiten Mal in zehn Jahren widmete sich der Abend exklusiv der Speyside. Und schnell wurde klar: Diese Region ist nicht einfach nur das „Herz der Whisky-Produktion“, sie ist eine Landschaft voller Kontraste, Wärme und Charakter.

Mehr als ein Tasting: Eine bildgewaltige Reise

Der Reiseleiter dieses Abends war Rudi Schuler. Als Whisky-Ambassador tat er das, was er am besten kann: Er schenkte nicht einfach aus, er erzählte.

Mit faszinierenden Bildern auf der Leinwand und tiefem Hintergrundwissen verwandelte Rudi den Raum in ein schottisches Kaminzimmer. Seine Anekdoten zu den Destillerien und die visuellen Eindrücke machten den Abend zu einer echten Reisedokumentation. Man spürte förmlich die Herzlichkeit der Speyside-Bewohner und verstand, warum diese Region weltweit berühmt und berüchtigt für ihre Gastfreundschaft – und natürlich ihren Whisky – ist.

Die Stationen unserer Reise

Wie eine gut geplante Route führte die Verkostung durch die verschiedenen Landschaften der Geschmackswelt, bis hin zum großen Finale:

Der sonnige Start: Glenlivet Caribbean Reserve (NAS) Der Abend begann mit einem Lächeln. Durch das Finish in Rum-Fässern brachte dieser Whisky karibische Sonne in das schottische Glas. In der Nase tanzten Birne und roter Apfel, am Gaumen folgten Banane und Vanille. Ein weicher, fröhlicher Einstieg, der die Stimmung sofort auflockerte.

Der Schmeichler: anCnoc Rich & Sweet, 16 Jahre Dieser Dram fühlte sich an wie eine warme Umarmung. Er hielt eine wunderbare Balance zwischen Frische und honigsüßer Tiefe. Mit Noten von Karamell, Vanillepudding und reifen Äpfeln schmeichelte er dem Gaumen und sorgte für viel zustimmendes Nicken in der Runde.

Der Schritt in die Tiefe: GlenAllachie, 12 Jahre Dann wurde das Licht gedimmt und es wurde komplexer. Dieser Whisky zeigte die dunkle, mystische Seite der Speyside. Geprägt von intensiven Sherryfässern, entfalteten sich Aromen von Pflaumen, Rosinen, Mokka und Zartbitterschokolade. Ein Whisky mit Ecken, Kanten und enormer Charakterstärke.

Der ruhige Gentleman: Singleton of Dufftown, 17 Jahre Inmitten der geschmacksintensiven Runde wirkte dieser 17-Jährige wie ein ruhender Pol. Elegant, ohne laut sein zu müssen. Er erzählte seine Geschichte mit Noten von geschmorten Äpfeln, Bienenwachs und feiner Eiche. Ein klassischer Vertreter, der zeigte, dass wahre Klasse keine Lautstärke braucht.

Der ehrwürdige Veteran: Ben Bracken, 27 Jahre Ein Whisky, der viel gesehen hat. Mit fast drei Jahrzehnten im Fass brachte er Aromen von altem Leder, Malz und Eiche mit. Ein solider Tropfen, der an diesem Abend jedoch im Schatten der lebhafteren Charaktere stand – ein Beweis, dass das Alter auf dem Etikett nicht immer über den Sieg im Glas entscheidet.

Der Publikumsliebling: Aberlour A’bunadh (Fassstärke) Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss – und hier war sich der ganze Saal einig. Der A’bunadh, unverdünnt in Fassstärke, war eine Offenbarung. Kraftvoll, ölig und intensiv explodierten Aromen von Schwarzkirschen, Ingwer und dunkler Weihnachtsschokolade am Gaumen. Trotz (oder gerade wegen) seiner Power eroberte er die Herzen im Sturm. Das Urteil war eindeutig: Platz 1 und der absolute Liebling des Abends. Ein kompromissloses Erlebnis, das noch lange nachhallte.

Genuss braucht Bodenhaftung

Weil eine solche Reise Kraft kostet, sorgte die Küche für die nötige Stärkung. Rösti mit Salat und herzhafter bayrischer Leberkäse erwiesen sich als der perfekte Kontrast zum flüssigen Gold. Es sind diese Momente – gutes Essen, ein Glas in der Hand und angeregte Gespräche mit Sitznachbarn –, die aus einer Verkostung einen unvergesslichen Abend machen.

Die Reise geht weiter – Seien Sie dabei!

Rudi Schuler freut sich schon jetzt darauf, bekannte und neue Gesichter wiederzusehen. Die nächste Gelegenheit, gemeinsam zu fachsimpeln und zu genießen, gibt es bereits am 27. und 28. Februar auf der Whisky & Gin Messe in Kassel.

Wer lieber im intimen Rahmen eines Tastings auf Entdeckungsreise gehen möchte, findet alle kommenden Termine hier auf der Homepage unter „Termine„.

Ein guter Rat unter Freunden: Zögern Sie nicht zu lange. Die Erfahrung zeigt, dass die Plätze für diese Abende begehrt und oft zügig vergeben sind. Treffen Sie die Entscheidung für den Genuss – es lohnt sich.